
Die Berliner Künstlerin Gloria Zein stellt in Teheran Ihre "Philosophenbetten" aus.
Kurz vor Beginn der Ausstellung fährt den Beteiligten ein kurzer Schreck durch die Glieder: Statt der redigierten, haben sie nur die unkorrigierten englischen Texte ausgedruckt. Kurzerhand greift die Berliner Konzeptkünstlerin zum Teppichmesser und ritzt die unerwünschten Worte heraus. Statt des Wortes "Orgie" klafft jetzt ein rechteckiges Loch im Text. 
Jedem der zehn Philosophen hat Gloria Zein ein Bett gebaut; ungefähr dreißig Mal fünfzehn Zentimeter groß, begleitet von einer Zeichnung und einem kurzen Text.
In den letzten zwei Jahren hat Gloria Zein zehn Philosophen getroffen und mit ihnen über DAS Bett gesprochen – über Wachen und Schlafen, Bewusstsein und Bewusstseinsverlust, über Verführen und Lieben, Öffentlichkeit und Privatheit. 
Der Andrang ist groß bei der Vernissage. Hier im Artist House geht es lockerer zu als gemeinhin auf den Straßen der iranischen Städte. Die Frauen tragen buntere Kopftücher, die Männer sind legerer gekleidet.
Der Schlaf, meint eine Dozentin für Grafik-Design, habe etwas mit dem Menschsein zu tun. Das Thema sei universell gültig und deshalb entzögen sich die verschiedenen Konzepte einer Bewertung – ein erstaunlich postmoderner Ansatz. Und trotzdem. Auch wenn das Thema universal ist, so ist die Rezeption doch vom kulturellen Kontext geprägt.
Das Magazin KULTURAUSTAUSCH hat sich zum Ziel gesetzt, aktuelle Themen der internationalen Kulturbeziehungen aus ungewohnten Blickwinkeln darzustellen. Link zur Ausgabe "Westen und Islam"
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